Scottish highland games
Die Highland Games sind traditionelle Veranstaltungen mit sportlichen Wettkämpfen. Diese waren ursprünglich Bestandteil der Treffen (Gatherings) schottischer Clans in den schottischen Highlands. Dort sind sie auch heute noch zu Hause, finden sich aber auch weltweit überall, wo sich Schotten angesiedelt haben.
In Schottland gibt es jährlich bis zu 100 Highland Games, die durch die Scottish Highland Games Association (SHGA) organisiert werden.
Die Highland Games sind eine moderne Fortsetzung einer keltischen Tradition. Hierbei wird der/die Beste auf verschiedenen Gebieten ermittelt. Queen Victoria hat 1848 nach einem Besuch der lokalen Highland Games in Braemar (hier baute sie auch das Balmoral Castle, den Sommersitz der Herrscherfamilie), die Tradition der Spiele sehr unterstützt und zu überregionaler Bedeutung verholfen. Heute gibt es fast in jedem Ort im Sommer Highland Games, die immer um die gleiche Zeit stattfinden, z.B. am 2. Donnerstag im Juli.
Die bekanntesten Spiele finden alljährlich Anfang September in Braemar statt. Diese stehen unter der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II., deren traditioneller Sommersitz das nahegelegene “Balmoral Castle“ ist und die deshalb regelmäßig persönlich anwesend ist.
Bei den Highland Games trägt der Schotte traditionell keine Sportbekleidung, sondern die schottische Nationaltracht, den Kilt, und dazu kniehohe, schottische Strümpfe.
Die Highlander, die sich am Samstag und am Sonntag bei der Britsh Days + Country Fair Krefeld präsentieren, sind sehr bekannte Athleten, die bereits in internationalen Highland Games Veranstaltungen ausgezeichnet wurden. Sie werden den Besuchern ihre furchteinflößende Stärke in einem Wettkampf darstellen, der sich über die fünf berühmtesten Disziplinen (Heavyweights) erstreckt.
Baumstammwurf / Tossing the Caber
Der Caber ist üblicherweise ein 5 - 7 m hoher Holzstamm, dessen Gewicht zwischen 30 und 65 kg beträgt. Das Gewicht und die Größe der Stämme erfordern von den Teilnehmern erhebliche Kraft und Geschicklichkeit. Der Werfer hält den Baumstamm zunächst mit beiden Händen senkrecht vor seinem Körper. Dann nimmt er Anlauf, wobei der Stamm nicht umkippen darf, und schleudert den Stamm so von sich, dass dieser in der Luft zunächst eine 180º-Drehung vollführt. Er trifft also mit dem ursprünglich oberen Ende zuerst auf dem Boden auf. Augrund des Drehmoments kippt er dann weiter, so dass zum Schluss das Ende, das der Werfer in den Händen hatte, von diesem weg zeigt. Bei dieser Disziplin kommt es nicht auf die Weite, sondern auf die Genauigkeit des „Überschlages“ an. Ziel des ’caber toss’ ist es daher, den Stamm in möglichst gerader Linie zu werfen. Bleibt der Stamm schräg liegen, dann wird der Werfer mit Punktabzug bestraft, der umso höher ausfällt, je größer die Winkelabweichung ist. Kippt der Stamm nach dem Auftreffen in Richtung des Werfers zurück, dann ist der Punktabzug noch höher.
Hammerweitwurf (16 Pfund) / Hammer throw
Der Hammerweitwurf erinnert an das bekannte Hammerwerfen; jedoch ist die Metallkugel nicht an einem Stahlseil, sondern an einem starren „Holzstiel“ befestigt.
Steinwurf / Putting the Stone (der Stein kommt aus einem schottischen Flussbett)
Diese Disziplin ähnelt dem bekannten Kugelstoßen - es gibt aber zwei Varianten. Bei der ersten Variante wird ein etwa 8-9 kg schwerer Stein wie beim Kugelstoßen mit einer Halbumdrehung gestoßen. Bei der zweiten Variante wird ein etwa 11-12 kg schwerer Stein mit Anlauf gestoßen bzw. geworfen.
Gewichthochwurf (56 Pfund) / Weight for Height
Der Gewichthochwurf ist eine traditionelle schottische Sportart. Das sphärische oder rechteckige Wurfgerät besteht aus Metall und hat einen Handgriff (dreieckig, rund oder in D-Form). Die Höhe des Wurfgerätes inkl. Handgriff darf nicht mehr als 45,72 cm (18 inches) betragen.
Das Gewicht muss mit nur einer Hand über eine Messlatte katapultiert werden. Die Höhe der Messlatte bestimmen die Athleten individuell. Bleibt der Athlet nach drei Versuchen erfolglos, scheidet er aus dem Wettkampf aus. Falls mehrere Athleten an derselben Höhe scheitern, gewinnt derjenige mit den wenigsten Fehlversuchen.
Zum Werfen nimmt der Athlet das Gewicht mit nur einer Hand auf und schwingt es zwischen den Beinen, um es anschließend mit Schwung nach oben übder die vorgegebene Höhe zu werfen. Zweihändiges Schwingen ist nicht erlaubt.
Gewichtweitwurf / Weight for Distance (28 Pfund)
Das sphärische oder rechteckige Wurfgerät besteht aus Metall. Daran ist an einer Kette ein Handgriff (dreieckig, rund oder in D-Form) befestigt. Die Höhe des Wurfgerätes inkl. Handgriff und Kette darf nicht mehr als 45,72 cm (18 inches) betragen.
Das Gewicht wird mit einer Hand aus einer rechteckigen Abwurfzone geworfen. Der Athlet darf den Begrenzungsbalken der Abwurfzone nicht übertreten. Der Gewichtweitwurf ist eine technisch anspruchsvolle Disziplin, die hohe Koordinationsfähigkeit und enorme Schnellkraft erfordert. Normalerweise wird das Gewicht mit einer Drehwurftechnik so weit wie möglich geschleudert. Jeder Athlet hat drei Versuche, von denen der weiteste für die Wertung zählt.
Die Spiele werden im traditionellen Stil eröffnet, wobei entsprechend dem zeremoniellen Ritus aus dem Jahre 1040 n. Ch. das Schwert des Champions gegen ein Schild geschlagen wird. Der letzte Schlag auf das Schild signalisiert den Start der Spiele. Am Ende der Prozedur wird der Athlet mit der höchsten Punktzahl mit dem „Champions Sword“ ausgezeichnet – und eventuell mit einem Gläschen Whisky!
Weltweit werden Highland Games von der International Highland Games Federation (IHGF) organisiert; diese veranstaltet seit 1980 auch Weltmeisterschaften.

|